Die Kanne muss dicht sein!

"Schön Sie alle wieder zu sehen", begrüßte Pfarrer Geiss die Gruppe.

Bei einer Begrüßungsrunde wurden alle nochmal vorgestellt. Anwesend waren der Pfarrer, zwei weibliche und zwei männliche Mitglieder des Kirchenvorstands, Andreas Decker, Bruno Sievering-Tornow und sechs von sieben Schülern.

 

Der erste Besuch

 

Marius Perl hielt eine einführende Rede und stellte dabei auch seine Kanne vor. Diese wurde inspiriert von den Bewegungen des symbolischen Einschenkens von Wasser während der Taufe. Außerdem soll sie beim Eingießen und während der Taufe, am Beckenrand stehend, zur Geltung kommen.

 

 

Als zweites stellte Larissa Thiel ihre Kanne vor. Sie bezog sich auf die Architektur der Kirche, die verschiedenen Formen und den Wandel, der sich während der Taufe vollzieht. Dadurch entstanden runde und eckige Formen, die ineinander übergehen und sich so umwandeln.

 

 

Hanno Rhösen orientierte sich an der alten Taufkanne und wählte einen sehr breiten Ausguss und zwei Blechstreifen als Griff. Wobei das Hauptaugenmerk beim Griff darauf lag, dass er angenehm in der Hand liegt.

 

 

Josephine Gräfin von Nostitz-Rieneck orientierte sich am Kreuz, das hinter dem Altar steht. In der Kanne ergeben der Griff und die Verbindung zur Kanne auch ein Kreuz. Der Grundkörper war im Kontrast zur Taufschale rechteckig gehalten.

 

 

Christopher Liller hatte sich für eine ganz andere Form, den Kegel, entschieden. Der Kegel steht mit seiner Spitze auf einer Platte. Der Griff orientiert sich an Breite und Materialstärke auch am Kreuz hinter dem Altar.

 

 

Jerome Funk hat sich vom Fisch, einem der Symbole der Taufe, inspirieren lassen. Das Profil der Kanne ist oben wie der Fisch, nur ohne Schwanz. Dieser geht stattdessen in den Griff über.

 

 

Sophia Rottmann hat in ihrer Kanne zwei Symbole kombiniert, den Fisch und die Taube. Die Taube findet sich in der Schnaupe wieder, die an einen Schnabel erinnert. Der Fisch gibt dem Griff seine bauchige Form, die einen Fischkörper repräsentieren soll.

 

 

Nach den Präsentationen wurde kurz diskutiert wie nun weiter vorzugehen sei. Alle Kannen wurden nochmal einzeln zur Taufschale gestellt und diskutiert. Danach besprachen sich die Kirchenvorstandsmitglieder, ohne dass die Schüler anwesend waren um zu entscheiden welche der Kannen ihre neue Taufkanne werden sollte.

 

 

Ein halbes Jahr vorher war die Gruppe schon einmal in der Evangelischen Kirchengemeinde Neuberg, Kirche Rüdigheim gewesen um das Projekt in die Wege zu leiten. Die recht moderne Gemeinde hatte vor nicht allzu langer Zeit verschiedene Teile, wie den Altar und den Unterbau der Taufschale erneuern lassen, und wünschte sich jetzt eine neue Taufkanne. Sie hatte den Tipp bekommen sich dafür an Andreas Decker zu wenden. So entstand ein Schulinterner Wettbewerb für das damals 4. und 6. Semester der Silberschmiede.

Vor Ort wurden die Räumlichkeiten gezeigt, einige Schüler trauten sich sogar auf den Dachstuhl. Außerdem wurden die Taufschale und der Unterbau vermessen und der Taufvorgang von Pfarrer Geiss demonstriert und erläutert. Auf die Frage ob ihnen etwas an der Kanne wichtig sei, kam die Antwort: „Die Kanne muss dicht sein!“

 

 

Ein halbes Jahr später waren dann alle Modelle fertig und wurden dem Gemeindevorstand präsentiert. Nach einer langen Diskussion, spaltet sich die Gruppe in zwei Lager für zwei unterschiedliche Kannen. Also wurde gewählt. Jeder bekam drei Stimmen. Danach war eindeutig klar welche Kanne gewonnen hatte und nochmal, leicht modifiziert, gebaut werden sollte.

Als die Schüler wieder im Kirchenraum waren, bedankte sich der Pfarrer. Er war erstaunt wie viel Gedanken und Entwurf doch in so einer Kanne stecken und wie schwer dadurch auch die Entscheidung wurde. Letztendlich aber sei die Entscheidung auf die Kanne von Marius Perl gefallen

 

 

Nach zahlreichen Glückwünschen wurde noch kurz besprochen, wie die Kanne verändert werden sollte. Zurück in Hanau werden diese am Modell erst mal vorgenommen, dann kommt die Kanne nochmal für eine letzte Besichtigung nach Rüdigheim und wird anschließend in Teamarbeit von den Schülern gebaut.

 

 

 


Jerome Funk

Marius Perl

Larissa Thiel

Hanno Rhösen

Josefine Gräfin von Nostitz-Rieneck

Christopher Liller

Sophia Rottmann